Viel Lärm um nichts (2025)
Das Theater der Werktätigen bringt 2025 die Komödie „Viel Lärm um nichts“ von William Shakespeare auf die Bühne. Verwechslungen, Intrigen und jede Menge Chaos! In diesem Stück ist nichts so, wie es scheint. Die Komödie zeigt, wie schnell aus blinder Liebe Missverständnisse werden und wie „viel Lärm um nichts“ entstehen kann. Die Haupthandlung dreht sich um die Werbung und den Skandal um die junge Hero, gespielt von unserem jüngsten Mitglied Imke Danzmann, und ihrem Verehrer Claudio, gespielt von Kevin Calaku, aber auch der geistreiche Wortwechsel zwischen Claudios Freund Benedict, gespielt von Janin Edeling, und Beatrice, gespielt von Maren Petzhold, steht oft im Mittelpunkt. Der Holzapfel, gespielt von Fabian Jerosch, Franziska Schäper und Matthias Butsch, als trotteliger, selbstgerechter Anführer der örtlichen Stadtwache sorgt mit seiner tollpatschigen Art, peinlichen Wortverdrehungen und skurrilen Anweisungen für den komödiantischen Ausgleich. So wurde für das Jüngste Stück im Repertoire des Theaters das Publikum einbezogen und in jeder Aufführung ein „Aufpasser“ vom Holzapfel ausgewählt, auf die Bühne geholt und engagiert.
Das Stück demonstriert, wie leicht menschliche Wahrnehmung manipuliert werden kann- sei es durch gutmütige Intrigen oder bösartige Gerüchte, die das Fundament von Beziehungen ins wanken bringen.
Jedermann (2024)
Das Stück „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal ist das Jubiläumsstück zum 75. Geburtstag des Theaters der Werktätigen und es ist ebenfalls die Abschiedsinszenierung von unserem künstlerischen Leiter Ernst Werner nach 45 Jahren seiner Arbeit im Theater. „Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ wird als Freiluft-Inszenierung unter der riesigen Linde des Abtshofs in Jüterbog aufgeführt und besinnt sich damit auf die Anfänge des Theaters unter dem Namen „Jüterboger Heimatspiele“ zurück. Das Stück erzählt die Geschichte des rücksichtslosen, vom Mammon besessenen Jedermann, der sich unerwartet mit dem Tod konfrontiert sieht. Der Tod ist von Gott geschickt, der die zunehmende Unsittlichkeit der Menschheit bemängelt und mit Jedermann ein Exempel statuieren will. Jedermann muss nun erfahren, dass keiner seiner vermeintlichen Freunde bereit ist, mit ihm zu gehen – alle machen sich aus dem Staub.
„Jedermann“ ist ein Stück voller Sozialkritik, in dem Humor, burleske Heiterkeit und Witz nicht fehlen.
Unterstützt wurde das zwanzigköpfige Ensemble bei ihrer Inszenierung vom „HeartChor“ und nachdem sich die Wetterlage leider zum negativen entwickelte und eine Aufführung unter freiem Himmel unmöglich machte, mussten alle dankbarerweise auf das Angebot von Pfarrer Tileman Wiarda zurückkommen und die Nikolaikirche als Spielstätte nutzen. Man krempelte die Ärmel hoch und schwergewichtige Kulissen, Requisiten, Ton- und Lichttechnik, Kostüme bis hin zu Schminkutensilien wurden - sowohl motorisiert als auch per Hand durch die kleine Kirchgasse geschleppt und in der Kirche wieder provisorisch installiert. Der Altarraum wurde zur Bühne und die Inszenierung konnte erfolgreich und trocken aufgeführt werden.
Macbeth (2023)
Im Oktober 2023 führt das Theater der Werktätigen in seinem Stück „Macbeth“ groteskes und großartiges Welttheater auf. William Shakespeare schrieb 1500 diese tragisch komische Theater- und Bibelparodie. Mit Bezug zur derzeitigen politischen Lage wagte sich der künstlerische Leiter Ernst Werner mit dem Ensemble an eines der anspruchsvollsten Stücke.
Das Werk handelt vom Aufstieg des königlichen Heerführers zum König von Schottland, seinem Wandel zum Königsmörder, Tyrann und Kriegstreiber und seinem jämmerlichen Fall und verlangte dem Ensemble viel Können ab, um die oft langen und komplizierten Textpassagen im Sinne der Verständlichkeit wieder zu geben. Vor den Aufführungen gab es für interessierte Theaterbesucher eine Einführung zu dem anspruchsvollen Stück. Das Publikum wird herausgefordert, sich gemeinsam mit der Theatertruppe Gedanken zu machen über die zunehmenden Zerwürfnisse und gefahrvollen Entwicklungen in den Gesellschaften unserer Welt.
Der schöne grüne Vogel (2022)
Nach einer sehr langen Coronabedingten Pause steht das Theater der Werktätigen endlich Ende 2022 wieder auf der Bühne.
Der italienische Theaterdichter Carlo Gozzi hat das philosophische Märchen schon vor 250 Jahren geschrieben und dennoch besitzt es heute noch Aktualität. Es ist eine Auseinandersetzung mit Zank und Streit, mit dem Streben nach Reichtum, Egoismus, Machtgier, mit Ignoranz, Liebe und Empathie. Die zwei ausgesetzten Königskinder Renzo und Barbarina, die im Fleischerhaushalt von Smeraldina und Truffaldino heranwachsen, sind auf dem besten Weg, sich zu altklugen Widerlingen zu entwickeln, deren einziger Antrieb Egoismus ist. Durch einen Zauber erleben sie eine Reihe wundersamer Begegnungen, bis den beiden Kindern schließlich ein Licht aufgeht. Die Fäden des Geschehens hält der titelgebende schöne grüne Vogel, selbst ein verwunschener Jüngling in der Hand. Laut Ernst Werner nützt den Kindern all ihre Intelligenz und Bildung nichts, weil ihnen das Wichtigste fehlt, was der Mensch zum Leben braucht: Nämlich die Liebe und die Empathie, um mit ihren Mitmenschen mitfühlen zu können.
Und wie heißt es in Märchen so schön: Ende gut, alles gut. Jede Figur wird ihren Liebsten finden, alle sind glücklich vereint und haben gelernt, worauf es im Leben ankommt. Einzig die hartherzige Königin wird bestraft und muss den Rest ihres Daseins in der Küche als Geschirrspülerin fristen.
„Wie Dilldapp nach dem Riesen ging“ (Ende 2019)
Im 70sten Jubiläumsjahr wird es nach den „Goldberg-Variationen“ märchenhaft auf der Bühne im Kulturquartier. Das Stück „Wie Dilldapp nach dem Riesen ging“ von Tankred Dorst ist für die ganze Familie gedacht und die 64ste Inszenierung des Theaters der Werktätigen. Es geht in dem sehr bunten und witzigen Spiel um Liebe, Lüge, Wahrheit und Charakterstärke. Es ist amüsant zu sehen, wenn sich die süße Igelbande um leckere Würmer oder den Platz im Igelbau streitet, es die behäbige, aber schlaue Schnecke dank Dilldapp über den unüberwindbaren Fluss schafft oder der seltsame Vogel über die Bühne flattert. Immer wieder ist es Dilldapp, der mit seiner gutmütigen Ahnungslosigkeit den anderen Mut macht und es am Ende sogar schafft, den gefährlichen Riesen, vor dem alle zittern, zu besänftigen. Der Kern des Stückes ist, dass letztendlich nicht die Intelligenz, nicht das Wissen und nicht das Können sind, was im Leben zählt, sondern der Charakter. „Wer es schafft, seinen Charakter sauber zu halten, wird am Ende, trotz aller Schwierigkeiten, ein glückliches Leben haben“, so der künstlerische Leiter, Ernst Werner.
Die Goldberg-Variationen (2018/2019)

Sein 70-jähriges Bestehen, das 2019 ansteht, feiert das Theater mit den Aufführungen des Stückes „Die Goldberg-Variationen“ von George Tabori. Mit diesem anspruchsvollen Stück folgt das älteste Amateurtheater im Land Brandenburg seinem seit jeher bestehendem Anspruch, klassische und moderne dramatische Kunst zu präsentieren.
Gezeigt wird eine chaotische Theatertruppe, die unter Leitung des selbstgefälligen Regisseurs Mr. Jay, gespielt von Matthias Butsch, die biblische Geschichte von der Schöpfung bis zur Kreuzigung Jesu darstellen soll. Dabei geht alles schief, was an einem Theater nur schief gehen kann und was der Regieassistent Goldberg, gespielt von Christoph Kreibich, bis hin zu seiner Kreuzigung ausbaden muss. Anja Winter als dauer-hysterische Ausstatterin, Janin Edeling als immer auf dem Boden bleibende Putze Mopp und Maren Petzhold als sexliebendes, aber rampenlichtscheues Porno-Sternchen hauchen ihren Figuren echtes Leben ein. Es ist eine sarkastische Komödie voller Tabubrüche und gleichzeitig eine turbulente Theaterparodie.
Obwohl Tabori das Stück Anfang der 90er Jahre als aktuell-zeitgenössischen Stoff schrieb, hat es bis heute nichts an Wichtigkeit verloren. Wie in einem großen Geschichts- und Politikpuzzle fügen Tabori und Ernst Werner in der Inszenierung collagenhaft Episoden der Weltgeschichte und aktuelle Ereignisse zusammen.
Das gewöhnliche Wunder (2017)

Mit einer äußerst turbulenten Inszenierung meldet sich das Theater der Werktätigen nach fast 2 Jahren auf der Bühne im Kulturquartier zurück. Das Stück des russischen Autors Jewgeni Schwarz ist ein philosophisches Märchen für Erwachsene und Kinder, eine typische Verwechslungs- und Missverständnis-Komödie voller Witz, sarkastischen Übertreibungen, Zynismus und Klamauk. Getragen und befördert wird die furiose Handlung von romantischen und liebenden, von schrulligen und boshaften Figuren. Dazu gehört ein Möchtegern-König mit seinem durcheinander gewirbelten Hofstaat, ein Zauberer, der alle Irrungen und Verwirrungen auslöst, ein Bär, der als Mensch daherkommt, eine Prinzessin, die diesen Jüngling lieber nicht küssen sollte, ein Schankwirt, der auf kuriose Weise funken kann, ein berühmter und eingebildeter Jäger, mit seinem Schüler, schließlich eine Hausfrau, die den ganzen Schlamassel von vornherein voraussieht, nur das wundersame Ende nicht. Man ahnt, worauf das hinausläuft, doch auf dem Weg dorthin verwandeln Autor Jewgeni Schwarz und die Theatertruppe unter Ernst Werner, woran Liebe scheitern kann, wie alte Ehepaare miteinander umgehen, wer Herr oder Frau im Haus ist und wieviel Tier doch in manch zivilisiert daherkommenden Menschen noch steckt. Es wird geschmust, verurteilt und scharf geschossen. Am Ende hält sich nicht nur ein prinzliches Liebespaar allein in den Armen, denn die Formen der Zuneigung sind doch sehr unterschiedlich in der Welt.
Kurz vor den geplanten Aufführungen Ende 2016 hatte das Theater mit erheblichen Personalverlusten zu kämpfen und musste die geplante Premiere verschieben. Dazu kam, dass das Theater zum Proben umziehen musste, da in die Mönchenkirche die Tetzel-Ausstellung einzog. Geprobt wurde nun in der einstigen Schulsporthalle im Park des Gutshauses in Kloster Zinna. Am 1. Dezember 2017 konnte aber schlussendlich Premiere auf der Bühne des Kulturquartiers gefeiert werden.
Andorra (2015)

Im Drama „Andorra“ von Max Frisch wird das aktuelle Thema Fremdenhass anhand des Antisemitismus ergreifend dargestellt. Den Bezug zum Hier und Jetzt schaffte Spielleiter Ernst Werner mit kleinen textlichen Änderungen bzw. Ergänzungen des Originaltextes. Das angeblich aus dem judenfeindlichen Nachbarland gerettete Judenkind Andri wird gespielt von Christoph Kreibich. Die Bewohner des Kleinstaates Andorra dulden es zwar gern bei sich, um sich dem übermächtigen Nachbarn moralisch überlegen zu fühlen, doch zugleich versuchen sie ihn mit ihren antisemitischen Vorurteilen klein zu halten. Sie unterstellen ihm vermeintlich judentypische Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften bis Andri diese „Andersartigkeit“ annimmt und auch dann nicht ablegt, als herauskommt, dass er gar kein Jude ist. Trotzdem oder gerade deshalb wird er nach der Eroberung Andorras durch das Nachbarland als Jude identifiziert und muss sterben, was die ach so guten Andorraner ohne jedes Schuldbewusstsein hinnehmen, um nicht selbst gerichtet zu werden. Auch Michael Zschille überzeugt in seiner Rolle des Lehrers Can, der aus reinem Selbstschutz als leiblicher Vater und vermeintlicher Pflegevater Andris die Legende des Judenjungen in die Welt gesetzt hat. Es zeigt die Zerrissenheit zwischen Lüge, Schuld und Scham.
Die schöne Helena (2014)

Der Vorhang im Jüterboger Kulturquartier hebt sich für das Spektakel um die Liebe und um die Entführung der „schönsten Frau der Welt“ im mythologischen Griechenland. Nach dem Vorbild der gleichnamigen Buffo-Oper, die Jacques Offenbach 1864 auf die Bühne brachte, gibt das Theater der Werktätigen eine durchweg schräg-komödiantische Darstellung der Geschehnisse im antiken Sparta, die letztendlich zum Trojanischen Krieg führten. Die vom Spielleiter Ernst Werner gewählte Form der Inszenierung als Singspiel stellt die jungen Schauspieler vor große gesangliche Herausforderungen. Während sich Prinz Paris, gespielt von Paul Schütte, aus Troja und die schöne Helena, gespielt von Lea Broedermann, in Sparta verlustieren und damit Helenas Gemahl, dem vertrottelten König Meneloas Hörner aufsetzen, zanken sich die Göttinnen Juno, Minerva und Venus kindisch-trotzig, welche die schönste und wichtigste sei. Die Heroen der Antike um König Agamemnon ergehen sich derweil bei Saufgelagen in nichtigen Streitereien und Großkotzigkeit. Selbst Gott-Vater Jupiter gibt den Macho und weiß keinen anderen Ratschluss, als seiner intriganten Tochter Venus den Krieg anzusagen.
Die zwanzig, meist jungen Darsteller/innen, zeigen komödiantische Spiellaune und überzeugen vor allem auch bei den Klamauk Szenen. Dabei fehlt es nicht an Seitenhieben und Bezügen zur aktuellen Politik.
Das Testament des Hundes (2011)
Das Volksstück mit dem Untertitel „Das Spiel von unserer lieben Frau der Mitleidvollen“ wurde 1955 vom brasilianischen Autor Ariano Suassuna geschrieben und 56 Jahre später stellt das Theater der Werktätigen unter Beweis, wie aktuell das Thema und die Handlung sind. So erlebt das Publikum, wie sich alte stammesgeschichtliche Lebensweise voller Sagen, Beschwörungen und Geheimlehren mit der offiziell gelebten, christlichen Religion und naiven Glauben zu einem verhängnisvollen Gemenge von Überlebenskampf, Machtgelüsten, Geldgier und Lüge mischen. Was sich so ernst anhört, ist in dem Stück „Das Testament des Hundes“ äußerst humorvoll beschrieben. Es passt damit in das Konzept des Theaters der Werktätigen, das sich seit je her dem Komödiantischen, dem derb Volkstümlichen verschrieben hat und damit große Erfolge feiern konnte.
Diesmal basiert die Komik unter anderem auf einem Hund, der beerdigt und gesegnet werden soll und ein für die Hinterbliebenen lukratives Testament macht, auf einer Katze, die Geld fressen und wieder ausscheiden kann oder auf einer Mundharmonika, deren Klang Schusswunden heilen und Tote zum Leben erwecken soll. Ausgeheckt werden derart hintertriebene und gleichzeitig spaßige „Streiche“ von den beiden Helden der Geschichte Joao Grilo und Chico, hervorragend gespielt von Sascha Glowik und Christoph Kreibich. Weitere Darsteller sind Kirsten König als Bäckersfrau, Marcus Spiekermann als deren Mann, Werner Fink als Küster, Dietmar Drogi als Major Antonio Morais, Martin Lotecki als Teufel und Lena Hornitsch, die als Hanswurst durch die Geschichte führt. Selbst die jungen Elevinnen im Ensemble, Mary Burugu als Jesusfigur Manuel und Anabelle Breitenbach als Unsere liebe Frau wissen in ihrem Theaterdebüt gegen ihr Lampenfieber anzuspielen.
Regisseur Ernst Werner, der als Räuberhauptmann Severino selbst eine wesentliche Rolle spielt, hat seine Truppe zu Höchstleistung geführt. Auch die Urgesteine des Ensembles wie Peter Anders, der auf amüsante Weise den etwas trotteligen Pater Jao gibt und Hildegard Schneidereit, die das Publikum mit ihrem Spiel des lispelnden Bischofs zu Lachsalven und Applaus auf offener Szene herausfordert, liefern ein perfektes Zusammenspiel aller Darsteller.






















