Ehrenmitglieder

Ernst Werner

Aus den Jüterboger Heimatspielen wurde später das Theater der Werktätigen, gegründet 1949. Ernst Werner hatte die Ehre, nach dem Tod von Dr. Walter Fink 1979, die Geschicke des Theaters für 45 Jahre zu lenken.

Er war maßgeblich am Umbau der Mönchenkirche zu einer Theater- und Konzertstätte beteiligt, die in den 1980er Jahren begann. Die Idee, aus dieser Kirche ein solches Kulturquartier zu schaffen, stammte aus dem Theater. Diese Baumaßnahmen und die Umwidmung einer leerstehenden Kirche waren zu der Zeit nahezu einmalig auf dem Gebiet der DDR. Glücklicherweise erkannte die damalige Parteiführung nach langen, aber fruchtbaren Diskussionen das Potenzial des Umbaus. Die Bühne konnte dann 1886, unter seiner Leitung, durch das Theater eingeweiht werden und ist seitdem Heimatstätte.

Ernst Werner hat in 45 Jahren als Leiter des Amateurtheaters 34 qualitativ hochwertige Stücke inszeniert und seine Auswahl, sowie Umsetzung, war stets ein Garant für Aufführungen mit hohem künstlerischem Anspruch.

Das Repertoire reichte von William Shakespeare über Max Frisch bis hin zu modernen Märchen und musikalischen Theaterstücken.

Ohne das unermüdliche Engagement von Ernst Werner wäre das Theater der Werktätigen nicht die Institution, die es heute ist. Dafür erhielt er 2025 die Ehrenmedaille des Landtages.

In seiner Funktion als künstlerischer Leiter hat er die Talente des Amateurtheaters über Jahre und Jahrzehnte begleitet, gefördert und entwickelt.

Wir wollen ihm für seine Arbeit dafür von ganzem Herzen Danken!

In dankbarem Gedenken an unser Ehrenmitglied Werner Fink

Sein Vater, Dr. Walter Fink, gründete 1949 den Theaterverein, damals noch als „Heimatspiele“ bekannt und schickte Werner gleich bei der ersten Aufführung mit auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Auf diesen blieb er, füllte seine Rollen wie immer engagiert und mit viel Leben aus, bis zuletzt im Januar 2019, als er in Taboris „Goldberg-Variationen“ auftrat.

Wir haben von ihm im August 2019 im Alter von 79 Jahren Abschied nehmen müssen.

Wenn wir an ihn denken, denken wir an die vielen lustigen Proben, die netten Gespräche und an die aufregenden Premieren mit ihm zurück.

Wir behalten ihn als einen herzensguten, liebenswürdigen Menschen in Erinnerung, den man gerne in sein Herz schloss.

Der letzte Applaus gilt ihm allein und wir verbeugen uns.

Hildegard Schneidereit

In den 1980er Jahren kam Hildegard mit ihrer Familie nach Jüterbog und da sie schon als junge Frau den Wunsch hatte, Schauspielerin zu werden, kam ihr die Gelegenheit sehr passend, dass Peter Anders für das Theater der Werktätigen neue Laiendarsteller suchte. Schon bald stand sie in dem Stück „Der Heiratsantrag“ von Tschechow als kalkweiß geschminktes Geistlein in Jüterbog auf der Bühne. Auch als Marthe im „Urfaust“, als Königin in Shakespeares „Hamlet“, als Junker Wenzel von Tronka im „Kohlhaas“ oder in der Hauptrolle des Teufels im Stück „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ von Christian Dietrich Grabbe, mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik bis in die Fingerspitzen, zeigt Hildegard ihre Wandlungsfähigkeit als Darstellerin und gehört inzwischen seit 46 Jahren zum Theater. In über 40 Theaterstücken stand sie gemeinsam mit dem wechselnden Ensemble des Theaters der Werktätigen auf der Bühne. Auch die Vorstandsarbeit im Verein hat sie viele Jahre geleistet. Hildegard stand zuletzt 2024 im Stück „Jedermann“ als dessen Mutter auf der Bühne und repräsentierte den alten, tiefen Glauben, der inständig versucht, ihren weltlichen und reichen Sohn vor dem Verderben zu bewahren, indem sie ihn zur Umkehr zu Gott ermahnt.